Vorwort: Mit geeinten Kräften voranschreiten

Die Schweiz ist im Verzug. Bereits ist Halbzeit, doch wir haben noch längst nicht die Hälfte der im Jahr 2015 festgelegten Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) erreicht.

Im vorliegenden Bericht zeigen Expert:innen aus der Zivilgesellschaft Lücken auf und weisen aus, was unser Land noch tun muss, um die SDGs zu erreichen. Der Bericht des Bundesrates seinerseits zeigt ebenfalls deutlich, wie zögerlich die Umsetzung der 17 SDGs und ihrer Unterziele geschieht: Der offizielle Schweizer Länderbericht, der an der UNO vorgestellt wird, teilt in vielen Punkten unsere Analysen, aber er schlägt keine Massnahmen und konkreten Strategien vor, um die Defizite anzugehen.

Wissenschaft, Verantwortliche aus Wirtschaft und Politik, Zivilgesellschaft – wir müssen unser Handeln gemeinsam auf die Agenda 2030 ausrichten. Wir dürfen niemanden zurücklassen. Indem wir alle mitnehmen und anhören, finden wir Wege, um die Zielkonflikte aufzulösen. Mit geeinten Kräften erreichen wir die Kohärenz und den Zusammenhalt, um die notwendige Transformation voranzubringen.

Die Schweizer Regierung hat die Zivilgesellschaft als ersten Treiber für nachhaltige Entwicklung anerkannt: Unsere Plattform findet darin eine Anerkennung für die geleistete Pionierarbeit, sieht aber auch eine Verantwortung für die verbleibenden acht Jahre. Zusammen mit unseren Mitgliederorganisationen werden wir weiterhin nach Lösungen suchen. Wir wollen Akteur:innen zusammenbringen, überzeugen und motivieren, damit der „gemeinsame Plan zur Verbesserung der Welt“, wie es Didier Burkhalter, ehemaliger Aussenminister und Bundespräsident formulierte, gelingt.

Die Spillover-Effekte wirken sich auf den Rest der Welt aus. Wir müssen den ökologischen Fussabdruck der Schweiz reduzieren. Der Finanzplatz – einer der führenden Finanzplätze weltweit – muss seine Investitionen unverzüglich ändern: weg von fossilen Brennstoffen, hin zu erneuerbaren Energien; weg von menschenrechtsverletzenden und umweltschädigenden Praktiken, hin zu Unternehmen, die die Menschenrechte und die Umwelt schützen.

Die aktuellen Ereignisse, Kriege und Pandemien, bremsen unsere Bemühungen. Wir haben jedoch keine andere Wahl als weiterzumachen. Armut und Ungleichheit verringern, den Klimawandel verlangsamen, die Vielfalt von Tieren und Pflanzen erhalten, das sind die Forderungen, die uns antreiben. Damit nachfolgende Generationen bestmöglich leben können.

Portrait Pierre Zwahlen
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Pierre Zwahlen