Wünsche für 2026: Gemeinsam weiter daran glauben
Zu Beginn eines neuen Jahres tut es gut, kurz innezuhalten: über die Herausforderungen nachzudenken, die vor uns liegen, aber auch über das, was wir uns gemeinsam für 2026 wünschen. Mehr denn je braucht es Engagement, Solidarität – und den Mut, weiter an eine gerechte und nachhaltige Gesellschaft zu glauben.
Der Start ins neue Jahr war alles andere als leicht. Die Tragödie von Crans-Montana, die Zerstörung in der Ukraine, im Gaza oder im Sudan und ein amerikanischer Präsident, der das Völkerrecht missachtet, hinterlassen ein Gefühl der Schwere und lassen leicht Verzweiflung und Ohnmacht aufkommen. In solchen Momenten denke ich gerne an das «Klimakaffee» der Mitgliederversammlung 2025 der Plattform Agenda 2030 zurück. Gemeinsam haben wir kraftvolle und inspirierende Wege für “Selbstwirksamkeit” gesammelt, um neue Energie zu schöpfen: den Garten bearbeiten, zusammen tanzen, kochen, feiern, Zeit mit Freund:innen verbringen. Das Klimakaffee hat uns daran erinnert, warum Engagement unverzichtbar bleibt. Es zeigt: Engagement bedeutet nicht nur Einsatz, sondern ist mit geteilter Freude verbunden, stärkt unsere Widerstandskraft und ist letztlich gelebte Solidarität.
Ein internationaler Kontext im Umbruch
Das diesjährige WEF zeigt, die globale Ordnung ist so unsicher wie selten zuvor. Während autoritäre Tendenzen auf dem Vormarsch sind, wird die regelbasierte Weltordnung zusehends missachtet. Der US-amerikanische Präsident lässt die UNO fallen, sodass sie vor der Herausforderung steht, sich neu zu erfinden. Mit dem Reformprozess UN80 wurde ein umfassender Erneuerungsprozess angestossen, der ihre Wirksamkeit und Effizienz stärken soll.
Für die UNO bleiben trotz aller Umbrüche zentrale strukturelle Fragen im Fokus: die Finanzierung der Agenda 2030 und die Debatte über globale Steuergerechtigkeit. Mehrere Prozesse laufen parallel – von der Entwicklung neuer Mechanismen für eine «Just Transition» über die Überarbeitung der UNO-Steuerkonvention bis hin zu den Beratungen über den Umgang mit der Verschuldung der ärmsten Länder.
Im Juli treffen sich die Staaten am High-Level Political Forum in New York, um sich über Fortschritte bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsagenda auszutauschen. Mehrere Länder, darunter auch die Schweiz, werden ihren Voluntary National Review (VNR, Länderbericht) präsentieren. Es ist zu hoffen, dass die Schweiz diese Gelegenheit nutzt, um nicht nur Positives zu unterstreichen, sondern auch über Unzulänglichkeiten zu berichten. Ein wohlhabendes, gut organisiertes Land kann und soll sich ambitionierte Ziele stecken, um der Umsetzung der Agenda 2030 näher zu kommen.
Entscheidende Weichenstellungen in der Schweiz
In der Schweiz bietet der VNR einen Moment des Zusammenkommens und der erneuten Mobilisierung der Akteur:innen für nachhaltige Entwicklung. In der Plattform Agenda 2030 sind wir überzeugt, auch wenn sich der politische und gesellschaftliche Kontext seit 2015 verändert hat, bleibt die Vision einer gerechten, nachhaltigen Welt der zentrale Anker, um all jene zu vereinen, die weiterhin an eine lebenswerte und hoffnungsvolle Zukunft glauben.
Da hilft die SVP-Initiative «Für eine Schweiz mit 10 Millionen Einwohnern», die sich als Initiative für Nachhaltigkeit präsentiert, sicher nicht. Nachhaltigkeit darf niemals als Vorwand für Ausgrenzung dienen, sondern steht für eine Welt, in der alle Menschen – in der Schweiz und anderswo, heute und in Zukunft – ihre Bedürfnisse decken und in Würde leben können.
Demgegenüber gilt es 2026, dem medialen Service Public den Rücken zu stärken, den sozial ausgestalteten Klimaschutz voranzubringen, das weltweite humanitäre Engagement auszubauen und gemeinsame europäische Werte hochzuhalten.
Gemeinsam weiter daran glauben
Ich bin überzeugt, dass weit mehr Menschen das Gemeinwohl im Blick haben, als es manchmal scheint. Bündeln wir unsere Kräfte, bleiben wir solidarisch und unseren Werten treu. Lassen wir unsere Stimmen hören – mit Mut, Klarheit und Entschlossenheit –, um gemeinsam an einer besseren Welt zu arbeiten.
